Statt Ironman Thun einen Run um dem Thunersee

Eine verrückte Idee, welche ihren Ursprung mit der Corona bedingten Absage des Ironman Thuns fand. Einmal um den ganzen Thunersee laufen. 

Nachdem ich diesen Winter top trainieren konnte und somit auf grandiosem auf Trainingskurs war, musste nach der Absage des Ironman Thun ein neues Ziel her. Eines das nicht von Corona abhängig ist. Einmal um den Thunersee zu laufen hat mich in der Vergangenheit schon mehrfach gluschtet. Aber die Erholungszeit, welche der Körper nach solch einem langen Lauf braucht, hat mich immer wieder abgeschreckt, dieses Projekt in eine laufende Saison einzubauen. Nun schien dieser Sommer perfekt für dieses Vorhaben. Das Datum war auch sofort gesetzt, nämlich der 12. Juli, wenn der Ironman stattgefunden hätte. 

Die Woche davor habe ich mich, wie vor jedem anderen Wettkampf auch, bewusst zurückgehalten und versucht, mich bestmöglich zu erholen. Am Abend vorher stieg dann auch die Nervosität und es fühlte sich an, wie vor einem ganz normalen Wettkampf an: das Einschlafen funktionierte nicht mehr so gut und mir gingen noch tausend Gedanken rund um diesen Run durch den Kopf. 


Am Morgen um halb neun ging es dann top motiviert los. Wir starteten bei einer Freundin, welche ca. 1 km vom See entfernt wohnt. Zuerst ging es in lockerem Schritt Richtung Thun und dann dem Aarequai entlang Richtung Hünibach, Oberhofen. Es waren noch sehr wenig Leute unterwegs. Kurz nach Oberhofen gab es die erste Verpflegung. Mein Freund Tim hat mich während der ganzen Strecke auf dem Velo begleitet und verpflegt. Kurz vor dem Anstieg der Bucht hat uns mein «Bürogspänli» mit seinen zwei kleinen Jungs überrascht und angefeuert. Was für eine grossartige Überraschung. In lockerem Schritt ging es über die Bucht und wieder runter nach Interlaken. Von dort aus wollten wir die Hauptstrasse meiden und entschieden uns für den Strandweg, um auf die andere Seite zu gelangen. Wir hatten uns aber etwas zu wenig über diesen Weg informiert und so landeten wir zwei Mal in einer Sackgasse. Wir mussten ein ziemliches Stück zurücklaufen. Anschliessend ging es in strammem Schritt Därligen entgegen, wo Ursula auf mich wartete, um mich auf den letzten 20 km zu begleiten. Ab Km 35 fing es an, zäh zu werden. Dies kannte ich aber schon vor früheren Marathons und ich wusste auch, dass es wieder bergauf gehen wird. Und so war es. Ich freute mich sehr, die letzten Kilometer zusammen mit Ursula zu laufen. Wir plauderten zufrieden und liefen gemütlich zusammen weiter. 

In Faulensee überraschte uns noch meine beste Freundin. Das gute an diesem Lauf war, dass die Zeit absolut keine Rolle spielte. So hatte ich für einmal Zeit, bei meinen «Fans» anzuhalten und ein «Schwätzchen» zu halten. Frisch gestärkt von der Begegnung ging es nun den Hügel hoch in Richtung Spiez. Die Beine schmerzten schon ziemlich und das Anlaufen nach einer Pause ging nicht mehr ganz so geschmeidig. Aber wir hatten es ja schon bald geschafft. Die letzten Kilometer runter ins Gwatt und ab dem Strandbad noch einen Kilometer vom See weg zum Ausgangspunkt waren harzig, aber das gehört dazu. 


Am Schluss zeigte meine Garmin Uhr stolze 52 km in 4:50h, was einem 5:34er Schnitt entspricht. Dieser Run um den Thunersee war ein grandioses Erlebnis auf einer äusserst kurzweiligen Strecke. Mein Freund Tim und meine Freunde an der Strecke haben dieses Erlebnis perfekt gemacht. 

 

Es gibt immer einen Weg für ausserordentliche und grossartige Erlebnisse, auch wenn ein Virus die Welt auf den Kopf stellt.