Sommer-Velotour in die Dolomiten (I)

Bereits zum vierten Mal starteten meine beste Freundin und ich zu unserer alljährlichen Sommer-Pässetour mit den Rennrädern. Während wir in den Vorjahren abwechslungsweise die Schweizerpässe und die französischen Alpenpässe nach Nizza befahren hatten, entschieden wir uns dieses Jahr für die Dolomiten im wunderschönen Südtirol. Diesmal sind wir jedoch das erste Mal mit dem Auto unterwegs und haben so die Möglichkeit, den Rucksack jeweils im Hotel stehen zu lassen.
 

Unsere Sommertour starteten wir am Samstag im wunderschönen Santa Maria (CH) mit einer Pässetour über das bekannte Stilfserjoch (2'757 M ü. M.). Santa Maria hatten wir von der Sommertour 2018 in schönster Erinnerung und blieben gleich zwei Nächte. Am zweiten Tag unternahmen wir eine zügige Wanderung zum Lai da Rims (2'396 M ü. M.), einem atemberaubenden Bergsee. Wieder in Santa Maria angekommen, packten wir unsere 7 Sachen ins Auto und fuhren weiter zu unserem nächsten Hotel, welches in Bozen (I) lag.
 

Bozen ist eine grössere Stadt und so benötigten wir jeweils am Morgen bereits 15 bis 20 Minuten, um nur aus der Stadt herauszufahren. In dieser Gegend gab es aber wunderschöne Radwege, welche auch relativ gut signalisiert waren, wenn man (Frau) ihre Logik verstanden hatte. Von Bozen aus fuhren wir zwei Touren mit den Pässen San Lugano (1'097 M ü. M.), Passo di Manghen (2'042 M ü. M.), Mendelpass (1'363 M ü. M.) und Gampenpas (1'512 M ü. M.). Am Abend genossen wir das Städtchen mit Shopping und flanierten durch die kleinen Gässchen.

 

Unser nächstes Hotel hatten wir in der wunderschönen Dolomiten Stadt Moena (I) gebucht. Als wir in Moena ankamen, fühlten wir uns wie in einer anderen Welt. Schon auf der Hinfahrt kamen wir aus dem Staunen nicht heraus. Moena, bekannt als Wintersportort, liegt auf 1'200 M.ü.M in einem Tal umgeben von den hohen Dolomiten. Hier waren wir also in den Dolomiten angekommen. Von hier aus unternahmen wir als erste Tour unsere «Königsetappe» mit dem Sellajoch (2'244 M ü. M.), Grödnerjoch (2'121 M ü. M.), Passo di Valparola (2'192 M ü. M.) und Passo di Pordoi (2'239 M ü. M.). Als wir am Vortag dem Barkeeper in Bozen (auch ein Radfahrer) von dieser Tour erzählten, hatte dieser Hühnerhaut und meinte, ohhhh da habt ihr aber eine wunderschöne Tour vor euch. Und so war es auch. Ein Pass war schöner als der nächste. So vergassen wir auf der «Königsetappe» auch die müden Beine am letzten Pass. Auch die zwei weiteren Touren von Moena aus waren absolut der Hammer. Am zweiten Tag fuhren wir den Passo di San Pellegrino (1'918 M ü. M.) und Passo di Fedaia (2'057 M ü. M.) (ein sehr steiler, aber wunderschöner Pass) und am dritten Tag die Pässe Passo di Lavaze (1'808 M ü. M.) und Karrerpass (1'745 M.üM.).
 

Als 4. und letzte Destination hatten wir noch Cortina d’Ampezzo vor uns. Dieses Städtchen ist ebenfalls als Wintersportort sehr bekannt. Im Jahr 2026 sollen dort die Winterspiele stattfinden. Von hier aus fuhren wir noch die Pässe Passo Di Giau (2'233 M ü. M.), Passo Falzarego (2'105 M ü. M.). Beim planen unserer Tour lasen wir aus einem Reisebericht, dass der Passo Di Giau ein speziell schöner Pass sein sollte, was wir durchaus bestätigen können. Nun hatten wir noch eine der bekanntesten und wahrscheinlich grössten Sehenswürdigkeit der Dolomiten auf der ToDo Liste, nämlich die drei Zinnen. Wir fuhren mit dem Auto ca. eine Stunde nach Saxten und wanderten von dort aus hoch zur bekannten 3 Zinnen Hütte. Von der Hütte aus präsentierten sich die drei Zinne in ihrer eindrücklichen Grösse und Schönheit. Der Ausblick war einfach grandios.
 

Nach dieser beeindruckenden Abschlusswanderung unserer Dolomitenreise machten wir uns auf den Heimweg. Bis anhin war unsere Reise von Steffisburg nach Nizza (nur mit dem Fahrrad & Rucksack) unsere eindrücklichste Reise, welche schwierig zu überbieten ist. Heute sind wir uns beide einig: die Dolomiten kommen verflixt nahe an diese Reise ran. Wir sind um einige Höhenmeter, wunderschöne Velokilometer und viele Erlebnisse reicher und freuen uns schon auf unsere nächste Sommertour.