Ironman70.3 WM Südafrika (Port Elizabeth)– Raceday 1.9.2018

Wenn man es genau nimmt, hat meine Reise bereits im Mai 2018 in Barcelona begonnen mit der Qualifikation zur Ironman70.3 Weltmeisterschaft in Südafrika. Nach monatelanger Vorbereitung war es dann endlich soweit, Renntag:

 

Der Wecker klingelte um 5:20Uhr, schlafen hätte ich noch viel länger können. Nach einem kleinen Frühstück und dem obligaten Morgenkaffee machte ich mich auf den Weg zur Wechselzone, um mein Rad ein letztes Mal zu kontrollieren und die Reifen aufzupumpen. Es war ein herrlicher Morgen, die Sonne ging gerade über dem Indischen Ozean auf, es lag Spannung in der Luft. Um 7:38 erfolgte der Start. Unsere Altersklasse konnte als erste ins Wasser, gleich hinter den Profis. Es galt eine Runde von 1900m zu schwimmen. Die Strecke war sehr gut abgesichert, überall Lifeguards, Rettungsboote und sogar Rettungstaucher unter Wasser. Der Wellengang hielt sich in Grenzen, aber die tiefe Wassertemperatur von 15.4°C setzte mir zu, und dies trotz Neoprenanzug inklusive –socken und -haube sowie Unterzieher. Gegen Ende der Schwimmstrecke fing ich langsam an zu frösteln, weshalb ich versuchte--soweit es ging--das Tempo zu erhöhen, um möglichst schnell aus dem Wasser zu kommen. Nach rund 36min erreichte ich das ersehnte Ufer, rannte zum Velo und machte mich auf die 90km lange hügelige Radstrecke. Die erste halbe Stunde zitterte ich vor Kälte, die Kleidung war noch nass, ich war unterkühlt vom Schwimmen und die Aussentemperatur war knapp 17 Grad. Mit der Zeit bekam ich aber doch noch warm. Auf der ersten Streckenhälfte ging es mehrheitlich bergauf, mit Gegenwind, zuerst durch Vororte von Port Elizabeth und dann in einem steten Auf und Ab via Seaview zum Wendepunkt in Maitland. Gegen Ende der ersten Streckenhälfte bekam ich Krämpfe im linken Hüftbeuger, vermutlich aufgrund der anfänglichen Unterkühlung sowie der langanhaltenden Aeroposition. Beim letzten Aufstieg zu den Maitlands erholte sich meine Muskulatur ein wenig. Danach gings im Eiltempo unter spürbarem Einfluss von Rückenwind via Sardinia Bay zurück nach Port Elizabeth. Dort erfolgte der Wechsel auf die 21.1km lange Laufstrecke. Die Umstellung Rad-Lauf verlief recht gut, diesen Wechsel habe ich auch oft genug trainiert. Ich konnte meine angepeilte Pace von 4:40min/km halten, die klimatischen Bedingungen waren ideal und die Verpflegung alle 2-3km perfekt. Nach 5:30h erreichte ich überglücklich das Ziel, die Stimmung war überwältigend. Im Ziel angekommen gabs die lang ersehnte Finishermedaille. Da es im Zielbereich weder Umkleidemöglichkeiten, geschweige den Duschen gab, zog ich es vor gleich ins Hotel zu gehen. Zum Glück waren die Wege kurz, knapp 500m musste ich laufen bis zur Unterkunft. Nach duschen, ausreichender Verpflegung und Checkout kam dann der gemütliche Teil des Abends. Nach einem feinen chinesischen Abendessen fiel ich todmüde ins Bett.

 

Nach dem Wettkampf durften Ivo und ich zwei wunderschöne Wochen in Südafrika verbringen, zuerst eine Woche in Port Elizabeth und danach eine weitere Woche in Knysna an der Garden Route. Highlights waren sicherlich der Haitauchkurs in Port Elizabeth, der Trailrun auf Teilen des berühmten Ottertrails im Tsitsikamma Nationalpark , das Tauchen mit den Robben in Plettenberg Bay, Mountainbiken auf den Trails rund um Knysna, die Safari im Addo Elephant Park, das Besuchen des Pinguin Rehabilitationszentrums in Port Elizabeth sowie der Sonnenuntergangsspaziergang mit Beobachtung von Delfinen in Beacon Island. In bester Erinnerung wird uns auch die grandiose Landschaft Südafrikas und die überaus freundlichen und hilfsbereiten Einheimischen bleiben. Wir kommen wieder.