Eine misslungene und doch phantastische Saison...

In der Saison 2017 wollte ich noch einmal mit Vollgas den Inferno Triathlon als Hauptziel «rocken». Zweimal durfte ich dieses charismatische Rennen bereits erfolgreich auf dem Schilthorn (2'970 M.ü.M) finishen. Aber aller guten Dinge sind Drei, sage ich mir im Vorfeld und startete motiviert mit einem zweiwöchigen Trainingslager auf Giverola. Meine Form ist um einiges besser als noch vor 3 Jahren als ich den Inferno Triathlon das letzte Mal finishte, dachte ich mir nach dem sensationellen Trainingslager.

Ein Zwischenziel hätte der Aletsch-Halbmarathon mit seiner atemberaubenden Sicht auf den Aletschgletscher werden sollen. Als ich am Morgen an der Startlinie stand dachte ich mit keiner Sekunde daran, dass ich diesen Halbmarathon nicht ins Ziel bringen könnte. Ich startete motiviert ins Rennen und war flüssig unterwegs bis mich noch nie erlebte Wadenkrämpfe ausbremsten. Bei km 12 lag ich nun wie ein Käfer auf dem Rücken am Streckenrand und schrie vor Schmerzen. Es waren rasch nette Sanitäter zur Stelle welche dafür sorgten, dass ich mit einem speziellen Bergfahrzeug zurück ins Startgelände gebracht wurde.
Es folgte eine längere Sportpause um pünktlich auf dem Gigathlon Zürich wieder einsatzbereit auf den Beinen zu stehen. Es wurde schon etwas zur «Zitterpartie», ob ich mich in nur knapp vier Wochen erholen würde.

Der Gigathlon 2017 nahm ich im Couple mit einem guten Freund in Angriff. Manu eine Teamkollegin aus dem X-Bionic Ladies Tri Team stand uns als Supporterin zur Seite. Meine erste Coupleteilnahme wurde zu einem extrem coolen Erlebnis. Wir lachten sehr viel und hatten eine super Zeit. Über meine Laufleistungen bin ich alles andere als stolz - diese sind langsamer als normale Longjog’s ausgefallen. Es lag jedoch in diesen Tagen, und mit nicht weich werden wollenden Wadenmuskeln, einfach nicht mehr drin. Die Wadenkrämpfe steckten zudem tief in meinen Erinnerungen fest. Sie lösten in mir ein Laufgefühl wie auf «rohen Eier» aus. Aber wir finishten den Gigathlon 2017 unverletzt und happy.

Eine Woche später folgte das Highlit mit meiner besten Freundin. Prislä und ich starteten in Steffisburg mit unseren zwei Rennvelos auf eine Rennradtour der Extraklasse. Ausgerüstet mit einem Rucksack der nur das nötigste beinhaltet fuhren wir los Richtung Meer. Die Reise führte uns über 8 grosse Alpenpässe der Route des Grandes Alpes nach Nizza. Ein Pass war schöner als der Andere. Übernachten haben wir in herzigen kleinen Bergdörfer meist auf über 1'200 Meter über Meer. An den berühmten «Tour de France» Pässen Col du Galibier, Col d’Izoard und Col de Vars machten sich tausende von Camper aus aller Welt startklar um die TdF, welche jeweils rund 2 Tage nach uns die Pässe passierten, anzufeuern. Ein spezielles Erlebnis und eine gelungene Abwechslung beim hochkraxeln der hohen Pässe (drei Pässe waren über 2'700 M.ü.M hoch). Am 6. Tag unserer Tour erklommen wir mit dem Col de la Bonette den höchsten Pass um anschliessend von 2'800 M.ü.M auf Meereshöhe herunter nach Nizza zu pedalen. Diese Reise war gespickt mit vielen unvergesslichen Begegnungen, Erlebnissen und Eindrücke und der atemberaubenden Natur in der Französischen Bergwelt. Ich werde diese Reise ganz bestimmt noch einmal absolvieren.

Zurück von Nizza hiess es als erstes vom aufgelesenen Husten zu erholen und noch einmal zu meinen strapazierten Waden zu schauen. So folgten nach einer Erholungspause direkt drei Taperingswochen mit intensiver Massage. Eine Woche vor dem Inferno startete ich mit meiner Firmen Laufgruppe am Münsiger-Louf und freute mich sehr, dass mein altes Laufgefühl zurück war und ich die 5 km als 9. Schnellste von 97 Frauen absolvieren konnte.

… und dann war er da, der grosse Inferno Tag. Am frühen Morgen starteten wir mit dem Schwimmen über den Thunersee. Auf den anschliessenden Velokilometer fühlten sich meine Waden an wie Blei und waren ziemlich krampfanfällig. Ich startete somit sehr verhalten und gemächlich ins Rennen auf dem Rennrad. Auf der grossen Scheidegg fuhr ich das letzte Drittel so flüssig wie noch nie. Ich freute mich auf die Bikestrecke, da ich noch einiges an Power in den Beinen hatte. Auf dem Bike bin ich dann wohl etwas zu zügig gestarte, weil ich Zeit gut machen wollte und biss auf der letzten Hälfte ziemlich. In Stechelberg angekommen verkündeten mir meine Supporter, dass ich nun den «Lauf meines Lebens» hinlegen müsste. Denn ich hätte nur noch 2 Stunden Zeit um Mürren innerhalb der «Cut off Zeit» zu passieren. Die ersten 5 km flach nach Lauterbrunnen liefen auch hier flüssig und ich konnte eine gute Pace laufen. In der Steigung rebellierten meine Waden lautstark. Also musste der ziemlich neue Sponser Shot mit Gurkenessig gegen Krämpfe in meinen Magen und meine Wadenmuskeln entspannten sich wieder etwas. Ich marschierte von jetzt an zügig den Berg hoch. Leider sollte es dann doch nicht ganz reichen und ich habe die «Cut off Zeit», welche aufgrund des Wetters nicht verlängert wurde, um 10 bis 15 Minuten verpasst. Etwas enttäuscht aber doch auch sehr happy es bis nach Mürren geschafft zu haben fiel ich meinen lieben Freunden in Mürren um den Hals.

Dieses Jahr konnte ich nicht an meine gewohnten Leistungen und an der Form vom Frühling anknüpfen. An den Wettkämpfen konnte ich die Leistung nicht abrufen und trotzdem war es eine der schönsten Triathlon Saisons. Der Weg ist das Ziel und die Freunde steht nach wie vor an erster Stelle! Schliesslich sind es nicht die Wettkampfzeiten oder die Ränge welche in Erinnerung bleiben, sondern die vielen Erlebnisse, Eindrücke und unzählige Trainingsstunden mit den liebsten Freunden in der Natur.
Das war’s nun mit der Saison 2017. Jetzt steht erstmals die Erholung und das Projekt Diplomarbeit für den Abschluss meines Nachdiplomstudiums in Betriebswirtschaft an. Auf die Saison 2018 freue ich mich aber besonders, den nächstes Jahr stehen mit einem Start an der bekannten Challenge Roth noch einmal ein besonderes Highlit auf dem Programm. 

Zum Schluss möchte ich mich ganz herzlich für die grossartige Unterstützung in unserem einzigartigen X-Bionic Ladies Tri Team und bei unseren gigantischen Sponsoren X-Bionic, On-Running Shoes und Sponser-Food bedanken.  «So fägts, au wes mau nid lauf!»

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Kommentare: 2
  • #1

    Jeaninne (Dienstag, 05 September 2017 17:28)

    Liebi Susanne
    E schöne und motivierende Bricht! Gäu mi erläbt so vieu, we mä ufenes serigs Renne trainiert. Äs het mega gfägt, mit dir is Abetüür Inferno dstarte :-)! Grüessli Jeaninne

  • #2

    Alex (Sonntag, 24 September 2017 11:49)

    Merci für dä interessanti und läsenswärti Bricht!!