Ironman Austria 2016

Nach einer intensiven Vorbereitungsphase, in der ich leider von Verletzungen nicht verschont blieb, war es endlich soweit. 26.6.2016, Race Day Ironman Austria. Um 4:30Uhr klingelte der Wecker, kurz vor 5Uhr machte ich mich auf den Weg von Schiefling am See, wo Ivo und ich ein wunderschönes Appartement abseits des Rummels und umgeben von Wäldern, gemietet haben, nach Klagenfurt, 20km entfernt.

In der Wechselzone das eingespielte Ritual;  Trinkflaschen auffüllen, Reifen pumpen, Bremsen checken. Viel Zeit blieb nicht, kurz nach 6Uhr begab ich mich in Richtung Startgelände am Wörthersee. Ueberall emsiges Treiben von Zuschauern und Athleten. Zum ersten Mal gab es an diesem Rennen einen sog. Rolling Start, alle paar Sekunden wurden eine Handvoll Athleten „zu Wasser gelassen“, um ein Gedränge wie an den früheren Massenstarts zu vermeiden. Ich ordnete mich entsprechend der erwarteten Schwimmzeit von 1h10-1h20 für 3.8km ein. Der Start war sehr angenehm, man konnte zu Beginn weg sein Tempo schwimmen ohne Gerangel. Die Wassertemperatur war um die 23°C, sehr angenehm und Neopren war erlaubt (zum Glück). Die letzten 1000m der Schwimmstrecke wurden in einem engen Kanal geschwommen; das Feeling war ähnlich wie an der Challenge Roth vor einem Jahr. Man wurde von unzähligen Zuschauern vom Ufer aus angefeuert. Nach 1h14 hatte ich wieder festen Boden unter den Füssen. Nun hiess es eine Aufholjagd zu starten, denn bekanntlich ist die erste Triathlon-Disziplin zugleich meine schwächste. Der Wechsel aufs Rad erfolgte ohne allzu grossen Zeitverlust. Ich freute mich auf die mir zum Teil noch unbekannte Strecke am Wörthersee entlang ins Kärntner Hinterland. Es waren 2 Runden à 90km zu absolvieren, in toto rund 1700 Höhenmeter. Ich versuchte mich nicht irritieren zu lassen von den dunklen Gewitterwolken; ich war um jede Stunde ohne Nässe dankbar. Auf der zweiten Runde, etwa bei Km 110, fings dann doch noch zu regnen an. Mir wurde kalt und ich musste meine kurzen Regenshorts und die Regenjacke anziehen. Ich nahm den Verlust der Windschnittigkeit in Kauf; zu gross war meine Sorge vor einer Unterkühlung und das Verbrennen von zusätzlichen Kalorien zur Aufrechterhaltung meines Wärmehaushalts. Die Strecke war sehr coupiert, komplett flache Teilstücke gab es nur wenige. Aber das kam mir entgegen, in den Anstiegen (angenehme 5-max 10%) konnte ich Plätze gut machen. Nach rund 5h30 hatte ich mich von Rang 17 nach dem Schwimmen auf  Rang 8 vorgekämpft und meine Paradedisziplin stand noch bevor. Mittlerweile hatte es auch wieder aufgehört zu regnen und die Sonne heizte mächtig ein. Schnell fand ich meine Pace, konnte den Km-Schnitt von 4:45min/km halten bis etwa KM 35. Da musste ich dem hohen Anfangstempo Tribut zollen und meine Pace drosseln. Mein Magen-Darm-Trakt fing an zu rebellieren, ich beruhigte ihn mit Cola und Salztabletten. Dann endlich, die letzten zwei Kilometer vor dem Ziel. Diese waren die härtesten, aber zugleich auch die schönsten. Die Zuschauermenge war beeindruckend, die vielen Zurufe sehr motivierend. Ueberhaupt war die Stimmung während des ganzen Rennens super; jetzt weiss ich auch, weshalb der Ironman Austria zu den schönsten Rennen seiner Art gehört, berechtigterweise. Auf der Finishline vergisst man schnell alle Strapazen und ich konnte glücklich und zufrieden die Ziellinie in 10h28 überqueren; mit der zweitschnellsten Langdistanzzeit meiner Karriere. Ich hatte alles gegeben, die Folge waren Uebelkeit und Schwindel im Zielgelände. Lange Zeit konnte ich keine feste Nahrung zu mir nehmen. Aber nach rund 2h und kühlenden Regenerationsmassnahmen (AQUILO Kryokompressionshosen) fühlte ich mich wie im 7. Himmel. Auch wenn ich meinen Traum einer erneuten Hawaii-Qualifikation nach 2012 nicht erfüllen konnte (dafür fehlten mir letztlich 6min), bin ich mit meinem Resultat (5. AK-Rang) mehr als zufrieden. Ich möchte hiermit auch den Sponsoren X-BIONIC, ON, ZEROD, SPONSER sowie BEASTER danken. Eure Produkte haben mich während den vielen Trainingsstunden und der Wettkämpfe begleitet und unterstützt.

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Kommentare: 2
  • #1

    Kathrin (Donnerstag, 07 Juli 2016 17:25)

    Herzlichen Gückwünsche Alex, schlicht top, wie und was Du in KLagenfurt gezeigt hast. Super! Ich find's spannend, wie Du eigene Leistungsansprüche mit Deiner spürbaren und pulsierenden Freude beim Wettkampfgeschehen verbinden kannst. Grandios, wie Du Deine Erfolge und Fortschritte zu beschreiben und zu würdigen verstehst. Dein Bericht ist für mich ein anregendes mentales Coaching. Danke!

  • #2

    Marlies (Montag, 27 März 2017 11:52)

    Liebe Alexandra!

    Große Gratulation zum KIM, wie schön, dass ich ganz knapp hinter Dir ins Ziel kam ���. Es hat mich sehr gefreut, Dich in Wengen zu sehen, alles Gute und viel Erfolg weiterhin wünscht Dir ganz herzlich Marlies aus Kärnten �.