Meine Waffenlaufpremiere in Wiedlisbach

So wie jeder Läufer mal an den Bieler 100km-Lauf muss, sollte er oder sie sich auch mal unter die Waffenläufer mischen. Gesagt - Getan. Relativ kurzfristig hatte ich mich für den Wiedlisbacher Jubiläumslauf über 30.5km und 500hm angemeldet. Mit Absicht erzählte ich nicht vielen Leuten davon, wusste ich doch nicht, wie ich die 30.5km im Anzug und mit 5Kg-Packung am Rücken überstehen würde.

Am Sonntag war es dann soweit. Die Wetterprognosen waren wechselhaft und kalt. Ich hoffte, dass wir für den Lauf einen trockenen Abschnitt erwischen würden, da ich keine Lust hatte, die Distanz in einem schweren nassen Anzug zu bewältigen. Mit dem Zug reiste ich nach Wiedlisbach. 1 1/2h vor dem Start war ich bei der Startnummernausgabe und konnte einen Anzug und eine Packung beziehen. Ich war positiv überrascht, dass es einen Anzug in meiner Grösse gab, da ich von anderen Waffenläuferinnen gehört habe, dass sie oft mit zu grossen Anzügen rennen mussten. Die kleinste und kürzesten Hose, die verfügbar war, passte perfekt und das kleinste Oberteil war mit Ausnahme der etwas langen Ärmeln auch in Ordnung. Die relativ kleine Frauengarderobe war gut gefüllt. Zur Freude des Veranstalters hatten sich über 30 Frauen angemeldet und wie ich vernahm, war ich nicht der einzige weibliche Neuling. Schnell kam man mit den anderen ins Gespräch und bekam auch noch den einen oder anderen Tipp, wie man den Anzug und die Packung tragen sollte.

Um 10 Uhr erfolgte der Start und rund 200 Männer und 30 Frauen wurden ins Rennen geschickt. Nach einer flachen Runde im Dorf ging es auf den ersten 4km bereits 200hm nach Rumisberg hoch. Hoppla, dieser Anstieg mit dem Gewicht am Rücken war schon ganz happig. Schnell merkte ich, dass ich ein deutlich langsameres Tempo anschlagen musste, als bei gewöhnlichen Strassenläufen. Ich erhoffte mir, die 30.5km und 500hm unter 3h bewältigen zu können. Kurz vor Hälfte lief ich auf Rosmarie auf, welche etwa das gleiche Tempo wie ich hatte. Auch für sie war es der erste Waffenlauf. Für die erste Streckenhälfte bis nach Solothurn hatte ich etwas mehr als 1h30m gebraucht, aber 2/3 der Höhenmeter waren Gott sei Dank schon bewältigt. Mit Rosmarie lief ich einige Kilometer durch Solothurn und wir zogen uns gegenseitig, mal war sie ein paar Meter vor mir, mal ich ein paar Meter weiter vorne. Dann wurde es richtig streng auf den letzten 5km und ich verlor sie aus den Augen. Das Wetter machte mit und wir hatten trocken und teilweise schien sogar die Sonne. 2km vor dem Ziel begann es allerdings ordentlich zu winden. Hier sah ich dann plötzlich zwei weitere Frauen vor mir, welche ich sogar noch überholen konnte. Schliesslich kam ich als sechste Frau nach 2h55m ins Ziel, was in der AK über 40 Rang 5 bedeutete. Als ich im Ziel war begann es bald zu regnen und zu schneien. Zum Glück konnte ich nun ab unter die warme Dusche. Anschliessend gab es im Festsaal Hörnli mit Gehacktem und Apfelmus, bevor die Ehrungen und die Rangverkündigung losgingen. Das Schöne an den Waffenläufen, man darf aufs Treppchen und bekommt eine Medaille bis Rang 5. Und so reiste ich von meinem ersten Waffenlauf mit einer Medaille nach Hause. Ich hätte nicht gedacht, dass ich das so gut hinter mich bringen würde. Trotz Anzug und Packung war ich nirgends am Körper wundgescheuert. Allerdings hatte ich am Montag schon etwas schwere Beine und ein paar Druckstellen an den Schultern. Aber wie heisst es so schön: "Der Schmerz geht - Der Stolz bleibt". In diesem Sinn, starte ich vielleicht wieder mal zu einem Waffenlauf.

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Kommentare: 2
  • #1

    Alexandra Kronenberg (Sonntag, 01 Mai 2016 20:31)

    Herzliche Gratulation zu deiner Waffenlaufpremiere mit dem tollen 5. Rang. Unglaublich wie läuferisch-vielseitig du bist; jetzt fehlt eigentlich nur noch ein Treppenlauf oder Towerrun :-)

  • #2

    kathrin (Montag, 09 Mai 2016)

    Hihihi - ist wirklich unglaublich, was du alles ausprobierst und erst noch super finishen kannst. Da könnte ich mich definitiv nicht daruntermischen