20km de Lausanne, also für mich nur 10km

Schon 1,5 Jahre ist es seit meinem letzten Lauf her. Mit gemischten Gefühlen reiste ich nach Lausanne. Gemischt, weil ich mich irgendwie noch gar nicht parat fühlte, aber auch mit einer grossen Vorfreude endlich wieder an einem Lauf zu starten. Ich freute mich auf die tolle Stimmung und auch wieder mal in meine alte „Heimat“ zu reisen. Immerhin habe ich 5 Jahre in Vevey gewohnt und freute mich, ein paar alte Freunde wieder zu treffen. Ich war bereits um 8h in Lausanne und merkte schon am Bahnhof, dass man sich nun eben in der Romandie befindet. Der 3. grösste Lauf der Schweiz, aber weit und breit kein Schild, wo es zum Bus ging sowie dann vom Bus aufs Startgelände. So folgte ich einfach 3 Leuten, die einen Rucksack trugen, mit der Annahme, dass die sicher auch am Lauf teilnehmen werden. Zum Glück war dies der Fall und schon bald hielt ich meine Start-Nummer in den Händen.

Mein Start war erst um 12.06. So hatte ich noch genug Zeit, um meine Freunde zu treffen und den Start des 20km zu verfolgen. Zwischendurch kam sogar die Sonne raus, was mich sehr freute, war es doch eisig kalt. Aber umso näher mein Start rückte, umso mehr kamen die dunklen Wolken und 45 min vor Start fing es noch an zu regnen. Doch zum Glück war dies nur ein kurzer Schauer und ich konnte mich im trockenen, aber bei eisig kalten Wind aufwärmen. Alle Konkurrenten zogen sich die warmen Kleider an. Da bei mir gar nichts geht, wenn ich zu warm habe, entschloss ich mich, doch in Kurz an den Start zu gehen, was sich als richtigen Entscheid entpuppte, denn mit dem Startschuss, hörte auch der Wind ein wenig auf zu blasen.

So reihte ich mich in Startblock 3 ein. Da war mir schon ganz schön mulmig zu Mute, denn den Trainings und meiner Zeit nach zu beurteilen, wäre wohl Block 6 oder noch weiter hinten passender gewesen. Schon bald hiess es: Attention, prète und los ging es auf die 10km lange und abwechslungsreiche Strecke.

Ich liess mich sofort vom Tempo anstecken, sagte mir zwar immer wieder, dass ich mich zurückhalten soll. Doch irgendwie ging es ganz gut. Die Menge und das Publikum zogen mich mit und ich konnte das Tempo halten. Bei km8 dachte ich mir, dass ich wirklich viel besser unterwegs bin als gedacht, denn im Vorfeld wäre ich happy gewesen eine Zeit unter 55min zu laufen. Jemand rief uns zu, dass hinter uns die „Drapeau 50min“ kommt. Das gab mir nochmals Kraft in die Beine, wollte ich mich nicht von der überholen lassen und konnte am Schluss sogar noch ein bisschen an Tempo gutmachen und lief für mich mit ausgezeichneten 49'54 ins Ziel. Rang 34 von 458. Und das war erst das 2. Mal, wo ich überhaupt unter 50' einen 10km-Lauf geschafft habe. Ich platzte vor Stolz :-)

Im Ziel kamen mir gleich die Tränen vor lauter Freude, Emotionen und Glücksgefühl, wieder da zu sein, wo ich vor der Operation war. (wenigstens auf den Kurz-Distanzen).

Total beflügelt und topmotiviert reiste ich wieder in die Deutsch-Schweiz.

Danke, an X-Bionic für die tolle Kleidung und allen für die vielen Glückwünsche. Ihr motiviert mich unglaublich....

Jetzt wird fleissig weiter trainiert, die Kilometer müssen sich langsam erhöhen, den bald stehen die ersten Halbmarathons auf dem Programm. Hoffe der Rücken hält, denn ich freue mich sehr darauf.

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Kommentare: 1
  • #1

    kathrin (Montag, 09 Mai 2016 07:29)

    Liebe Karin
    Ça fait des frissons - ich gönne dir diesen erfolgreichen wiedereinstieg von herzen! Da darfst du definitiv stolz auf dich sein. Ich wünsche dir für deine semi-marathon-vorbereitungen viel freude und vor allem auch gesundheit.