Mit einem edlen Trainingstag reich beschenkt

Alexandras Frühlingsanfrage ans Team, wer von den Ladies Lust auf einen weiteren Trainingstag hat, ist bei mir ohne Wenn und Aber und mit vielen Freudenjauchzern angekommen. Nebst der MV gab es  keinen einzigen Anlass während der Winterpause, den ich mit dem Team hätte teilen können. Jetzt muss es doch einfach klappen!

Mit Alex als Organisatorin werden zügig Nägel mit Köpfen gemacht und der 2. August steht rasant als Termin fest. In regelmässigen Abständen erhalten wir von Alex Infos, dürfen unsere eigenen Anregungen einbringen und kriegen am Ende ein verheissungsvolles, abwechslungsreiches Trainingstag-Programm. Gar mit einer Schlecht-Wetter-Variante, die wir zuversichtlich auszublenden versuchen.
Ich scheine nicht die einzige zu sein, die den Tag kaum erwarten kann. Als ich kurz nach 9 Uhr im „Strämu“ (will heissen Strandbad Thun) ankomme, finden sich schnell die letzten Ladies ein. Obwohl das Eintrudeln bis 9.30 Uhr hätte andauern dürfen, sind wir bereits deutlich früher beim Seeufer. Kurzes gegenseitiges Begrüssen und los geht’s.
Gespannt schauen wir zu Nika und Martin von Swimhohlics (www.swimhohlic.com), die uns diverse Neoprenmodelle vorstellen – unter anderem auch jene, die wir Alex im Voraus auf unserer Wunschliste weitergeben konnten. Das Openwater-Training beinhaltet 3 Einheiten à 20‘ und dazwischen bleibt Zeit für einen Neopren-Wechsel. Weil wir mit Zerod von tollen Konditionen profitieren können, entscheide ich mich für das rot-schwarze Einsteigermodell (Atlante). Nika und Martin beraten uns und geben Tipps aus ihrer Trickkiste. Alle sind vertieft ins Überstülpen der hoch kompressiblen Kunsthaut.
Im Wasser lässt uns Nika zum Einschwimmen eine Bojen-Tour machen. Mein Outing als wenig geübte OW Schwimmerin liegt nicht einzig an Nikas geübtem Blick oder an der Etikettierung des Zerod-Anfänger-Neoprens, sondern schlicht an meinem Schwimmtempo und meiner Mikro-Zugkraft. Nika lacht mich an und gibt mir Hinweise für das von ihr spontan individualisierte Training, damit auch ich möglichst profitieren kann. Mental stärkend ausgedrückt: Kathrin, in dieser Disziplin hast du definitiv Entwicklungspotential;-)
Die Gelegenheit für eine weitere Neopren-Wahl lasse ich weg. Ich fühle mich in meiner zweiten Haut völlig wohl und die Wassertemperatur von 18°C beeindruckt mich wenig. Eine kleine Irritation gibt es auf Grund Nikas Anleitung zur nächsten Übung: Zwei Stärkegruppen sollen gebildet werden mit je vier Frauen. Die Geübteren links und die andern rechts. Es zieht alle Ladies selbstsicher nach links. Zu Recht - Frauen, ihr seid Klasse! Ihr motiviert mich total, das Halten des hohen Ellenbogens weiterhin zu trainieren und den Bauchmuskel-Tonus nicht zu vernachlässigen,  um langfristig mit euch in der Gruppe mitziehen zu können. Das Stimmungsbild von euch Schwimmerinnen mit den vielen kleinen Ellenbogen-Spitzen am Horizont zieht mich in den Bann.
Später nutze ich die Möglichkeit doch noch, pelle mich aus dem Einsteiger-Neo heraus und schlüpfe in den blau-schwarzen Neptun-Anzug von Zerod. Qualitativ soll er eine Spur komfortabler sei. Die nächste Übung machen Mélanie und ich zusammen. Mit abgedeckter Schwimmbrille – also blindlings - steche ich ins Wasser. Mélanie hat den Job, Bojen-Kollisionen zu verhindern und mein Leben zu retten. Ich vertraue Mélanie, obwohl sie mega schlottert und arg von der See-Kälte absorbiert sein dürfte. Ich selber fühle mich unglaublich gut. Nie hätte ich gedacht, dass der Unterschied in Bezug auf Auftrieb und Flexibilität dermassen spürbar ist. Mein empfundener Fortschritt im Kraulen ist gigantisch Netterweise bestätigt Nika mein Empfinden und meint, dass mir der OW-Orientierungsblick bestens gelingt! Die Zeit rast an mir vorbei und ich verlasse das Wasser nach dem lässigen Training und der wertvollen Neopren-Testung.
Pause. Wir trinken etwas und schnausen Sponser-Produkte. Die geben mir nicht einzig einen Energie-Schub, sondern verwöhnen mich auch geschmacklich. Mir sind sie bis anhin noch nie verleidet.  Alex „mänätscht“ im Hintergrund unbemerkt ihre Hausschlüssel-Panne und nimmt den Stress voll zu sich. Wäre nicht lustig, wenn alle bei ihr in Blumenstein vor verschlossener Türe stehen würden. Unsere Tagesheldin findet auch dafür einen Lösungsweg, alles wird gut. Auch die nicht anwesenden Teamkolleginnen sind für uns präsent. Wir sind ein wenig in Amerika bei Manu, bei Barbara in Russland an der Schwimm-EM, denken an Lindas Gigathlon-Ziel-Einlauf, wünschen Christina wieder festen Gebirgsboden unter den Füssen, lassen Susanne Zeit für ihren Partner und dem wichtigen Regenerationsweekend, sehen Nicole stillend und Kisten packend vor uns, auch Tanja stillt vermutlich noch und wir fluchen innerlich mit Coni mit, die nach wie vor unter Schonungs-Zwang steht. Wie es Fabienne und Brigitte wohl geht? Die Innerschweizerinnen sind untervertreten. Und Ursi? – Hey, hast mich als eine der 3 Alten ganz alleine gelassen!
Nach dem Dislozieren machen sich in Blumenstein alle für die Radtour bereit. Die Rundtour in der Umgebung soll ungefähr im Rahmen von 3 Stunden/70km sein und durch einige „Obsi- und Nidsi-Passagen“ lebendig bleiben. Wow – eine wunderschöne Tour, die Alex für uns ausgewählt hat. Ich schätze es ungemein, irgendwo in der Schlange „mitzuröllelen“ und mich von Alex führen und pace-makern zu lassen. Bei Steffisburg besteht die Möglichkeit eines Bergzeitfahrens mit offizieller Zeitmessung (Beo-time). Ich löse heute keine Karte, sondern nehme mir vor, möglichst lange an Sybille und Katrin dran zu bleiben. Die beiden vereinfachen mir den Einstieg in den Aufstieg, weil sie noch wacker am Plaudern sind. So kann ich ihr Tempo gut aufnehmen. Als es vor mir still wird, höre ich mein Keuchen umso klarer. Die beiden IM-Inferno-Gigathlon-Ladies ziehen an und machen einen langgezogenen Endsprint. Super! Von hinten sehen sie nicht einzig wegen den modischen x-bionic-Trikots heiss aus, sondern weil sie trotz Anstrengung geschmeidig und mit rundem Tritt dahinsausen. Entsprechend adaptiere ich mein Ziel und will mit den zwei Top-Athletinnen zumindest in Sichtkontakt bleiben. Yeah, geschafft! Nach Heiligenschwand wird unsere Rad-Reihe nochmals aufgemischt. Ich lasse Chanti und Nadine den Vortritt. Kühne Technikerinnen, denen kein Tempo zu heftig ist. Gut, gibt es auf dem Rad keine Permis-Entzüge.
Bei der Abfahrt bleiben wir natürlich hintereinander. Ich trällere vor mich, pedale ab und zu unverkrampft und  rutsche buchstäblich in einen Rausch. Obwohl ich ganz auf mich selber fokussiert bin, fühle ich mich immens verbunden mit meinen Teamkolleginnen, was mein Hochgefühl vervielfacht. Für mich ist es göttlich, in diesem coolen Frauen-Tri-Team zu sein. Wenig später schlängelt sich Alex gezielt durch Thuns Kreisel und bringt uns alle gesund zurück. Keine Reifenpanne, bloss vier Frauenhände mit Ketten-Schmiere-Spuren und die dazugehörigen Gesichter strahlen glücklich.
Letzte Disziplin. Mit WC-Pause wechseln wir zügig in die funktionale und innovative x- bionic Laufbekleidung – von diesen Sporttextilien würde sich unser Team niemals freiwillig trennen. Never!
Ich liebe es, diesen intensiven Trainingstag mit einem Koppellauf abzurunden. Wir unterhalten uns währenddessen und mir scheint, meine Kolleginnen füllen meine Batterien immer wieder von neuem. Ladies, ihr tut mir einfach gut
Daheim bei Kronenbergs wird die Dusche bereits rege genutzt. Im Übertragenen Sinn sind die Türen für alle weit offen und das „herzlich Willkommen“ ist spürbar. Konkret hingegen sind wir bedacht, Türen subito zu schliessen. Wegen den beiden Wellensittichen. Wir kriegen das gleiche Privileg wie sie und dürfen im ganzen Haus frei herumfliegen. Darüber hinaus auch im liebevoll gepflegten Garten. Alexandra und Ivo sind unbeschreiblich aufmerksame Gastgeber. Natürlich, authentisch und bescheiden. Ich spreche ungefragt für alle eingeladenen Ladies: Alex und Ivo, ihr habt uns abartig verwöhnt und wir haben uns rüüüdig wohl gefühlt bei euch zu Hause.
Inzwischen brutzeln die Grilladen, die Tische sind liebevoll gedeckt und wir geniessen unseren Apéro. Ganz still wird es. Paradox. Während dem Trainieren ein ununterbrochenes Schwatzen und nun diese Ruhe. Alex bietet uns an, bereits mit den Salaten und dem Reis zu beginnen. Vermutlich interpretiert sie die ungewohnte Wortkargheit als Hungersignal.
Diese Stimmung werde ich ebenfalls als eine von vielen schönen Erinnerungen mitnehmen: Unser Team in einem paradiesischen Garten mit Blick auf die Berge. Blauer Himmel. Sämtliche Wolken sind inzwischen weg. Alle geniessen die Stille, das Sein in der Natur und die innere Friedlichkeit.
Das Fleisch ist gebraten und wir können essen. Bloss Petra muss ihren Genuss erneut aufschieben und ihr Stück nochmals auf den Rost legen. Chanti zeigt sich einmal mehr verschmitzt und schlagfertig: Tja, das hat man davon, wenn man ein 280grämmiges Poulet-Schnitzel auf den Grill wirft!
Es bleibt offen, wie und wo dieses Teil in Petras smartem Körper Platz gefunden hat. Klar ist hingegen, dass sich unsere Ausdauer nicht auf Sport beschränkt. Selbst beim Quatschen und beim Schlemmen von Köstlichkeiten bleiben wir ausdauernd. Mmmmmh - so fein und gemütlich.
Der Kaffee signalisiert das baldige und notwendige Ende. Schliesslich wollen wir Sybilles ersten Tag an ihrer neuen Stelle nicht gefährden. Wir brechen gemeinsam auf, um den Abschied leichter nehmen zu können. Alle fahren in unterschiedliche Richtungen und ich find’s lässig, dass Katrin die knapp zweistündige Fahrt auf sich genommen hat, um dabei zu sein. Baci, tschüsstschüsstschüss, Umarmung und bis gliiglii. Es ist tröstlich, sehen wir uns noch diesen Monat in Uster an unserem Team-Wettkampftag. Auch heute Abend darf ich mich glücklich schätzen, von Karin chauffiert zu werden. Und dies gar mit meiner Radwenigkeit auf ihrem BMC-Juwel im Kofferraum. Grüsse an Cycling Emotion von uns. Dieses Ausklingen und Zurück-Blicken mag ich.
Liebe Alex - Mélanie, Nadine, Chantal, Sybille, Petra, Karin, Katrin und ich danken Dir und Ivo von Herzen für diesen gelungenen Trainingstag. Einige haben erst beim Abschied erfahren, dass Du uns auf Grund Deines 40. Geburtstags mit diesem Trainingstag beschenkst. Bist ein Schatz und Du hast uns eine Riesenfreude damit bereitet. Uns fehlen die Worte. Merci!

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Kommentare: 2
  • #1

    Alex (Montag, 10 August 2015 08:49)

    Liebe Kathrin, ich danke dir für den tollen Bericht und die vielen Komplimente. Der Trainingstag hat super Spass gemacht mit euch Ladies. Ich bin froh, dass alle auf ihre Kosten gekommen sind und dass wir mit Wetterglück belohnt wurden.

  • #2

    Ursi (Montag, 10 August 2015 13:32)

    Liebe Kathrin, wäre sehr gerne am Trainingstag dabei gewesen. Wir hatten gleichentags eine Tandemtour im Züri Oberland organisiert, leider stand dieser Termin schon zu Jahresbeginn. Freue mich, euch am Team-Wettkampf in Uster zu sehen. Sonnige Grüsse aus Züri Ursi