Ironman Southafrica zum Dritten; mein Härtester

Die Geschichte beginnt Mitte Oktober 2014. Die Grundlage zu meinem fünften Ironman kann beginnen. Ich werde Grundlagen-Trainings in allen drei Disziplinen absolvieren. Über Weihnachten und Neujahr verbringe ich dann drei Wochen auf Fuerteventura. Das Wetter und die Trainingsbedingungen stimmen. Ich kann so fleissig Trainingsstunden, Kilometer sammeln.

Zwischen Januar und Ende März entpuppt sich dann aber der Schweizer-Winter als ziemlich kalt und nass. Viele Radkilometer verbringe ich auf dem Ergometer und auf der Rolle zuhause. Ein weiteres Trainingslager im Februar oder März kann ich mir mit meinen fünf Ferienwochen und finanziell nicht leisten. Nach einer zweiwöchigen medizinischen Trainingspause im Februar fliegen wir am 23. März via Kapstadt nach Port Elizabeth. Herrliche Temperaturen von über 24 Grad empfangen uns in Südafrika, es ist einfach schön hier. Wir nächtigen eine Woche in einem Bed and Breakfast in Port Elizabeth, wie immer, traumhaft schöne Anlage und das Frühstück, mmmmmhh, wunderbar.


Wir werden die letzten kurzen Einheiten in der Region abspulen, dies bei schönstem Wetter. Der Wetterbericht für den Renntag will ebenfalls nicht schlecht, sonnig bei ca. 24 Grad. Wind aus Südosten, dies nicht unbedingt optimal. Ein Wind aus Südosten bedeutet, dass wir auf dem Rad an der Küste entlang zurück nach Port Elizabeth mit einem heftigen Gegenwind rechnen müssen, aber ist ja für alle gleich. Mit sommerlichen Temperaturen konnten wir am Vortag unsere Rennräder, Bike- und Laufutensilien einchecken, dies ohne Stress. Es klappte alles wie am Schnürrchen. Die Helfer des Ironman Southafrica haben es im Griff, danke.


Sonntag, 29. März, kurz vor 04:00 Uhr holte uns der Wecker aus dem Schlaf. Endlich kann es losgehen. In der Finsternis marschieren wir zur Wechselzone. Noch ein kurzer Check beim Rad und bei den Rad- und Laufbeuteln. Um 07:00 Uhr, Wave 3, sind wir an der Reihe. Ein langer harter Tag steht uns vor. Wir hören ein lauter Kanonenschuss und ab geht die Meute in das wellige Meer. Die Sicht unter Wasser ist wie jedesmal trüb und meine Gedanken drehen sich um die grossen Meeresbewohner. Wo ist er? der grosse Weisse. Ich konnte als siebte in meiner Altersklasse aus dem Wasser steigen. Nun aufs Rad und nach den Vorgaben meines Coaches die Hügel rund um Port Elizabeth rocken. Mit einem heftigen Gegenwind entlang der Küste geht’s auf die zweite Radrunde, alles rollt bestens.


Ich geniesse die Stimmung und das herrliche Sommerwetter. Als elfte in meiner Alters-Klasse wechsle ich auf den Marathon. Drei Laufrunden führen uns durch Port Elizabeth. Keine muskuläre Beschwerden aber so langsam spüre ich meine Kniegelenke. Ich werde bei den Verpflegungsständen marschieren, irgendwie habe ich keine Lust mehr ein gutes Tempo anzuschlagen. Ich entschied mich, die letzten 14 Laufkilometer mit meinem Mann zu marschieren, zulaufen.


Dann, etwas über 14 Stunden, der rote Teppich. Endlich, nur noch einige Meter bis zum Ziel. Ich bin überglücklich konnte ich hier in Südafrika zum Dritten Mal die Finishline überqueren, was für ein Gefühl. Zugegeben, dies war mein härtester Ironman. Die Höhenmeter von über 1800m und der starke Gegenwind machen einem fix und fertig. Aber ich muss auch zugeben, der Ironman Southafrica ist einer der schönsten Ironmans auf dieser Erde. Die Reise lohnt sich. Eine unheimlich schöne Landschaft und sehr nette Einwohner erwarten dich dort in Port Elizabeth. Ein Reisetipp für den Ironman danach ist: Mit dem Mietfahrzeug die Garden Route zurück nach Kapstadt fahren, eine fantastische Landschaft erwartet dich.

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Kommentare: 2
  • #1

    Cone (Mittwoch, 22 April 2015 10:36)

    Gratuliere härzlich zum finish - well done!!

  • #2

    Kathrin (Montag, 27 April 2015 15:00)

    Ich hoffe, Dein Knie hat Dein notwendiges "Zurücktreten" mit einer schnellen und bleibenden Genesung zu würdigen gewusst. Wunderbar, wie Du den IM in Südafrika schätzt, selbst wenn Du nicht nur Schmeichelndes mit ihm erlebt hast... Häb Sorg zueder!