Rennbericht 70.3 Mallorca

Wir flogen schon am Mittwoch Abend nach Mallorca um vor dem Rennen am Samstag noch genug Zeit für die letzten Vorbereitungen zu haben und einfach die Ruhe vor dem Sturm geniessen zu können.

Donnerstag und Freitag haben wir mit Diane und Markus verbracht und noch die letzten kurzen Trainings absolviert: Velo getestet ob ja alle Schrauben richtig angezogen sind, geschaut wie salzig das Meer wirklich ist und eine kurze Laufeinheit in der Wärme gemacht. Daneben hatten wir mehr als genug Zeit in aller Ruhe das Check-in zu machen, das Velo in die Wechselzone zu bringen und die bike und run bags abzugeben. Und hatten sogar immer noch genug Zeit um uns zu erholen und einfach mal nichts zu tun.

 

Die Tage waren super durchgeplant und so kam überhaupt keine Hektik auf und auch (noch) keine Nervosität. Für mich ein ganz neues Gefühl, so dass ich mich sogar kurz fragte ob ich die ganze Sache auch wirklich ernst genug nehme…

 

Am Freitagabend habe ich noch die letzten Sachen gepackt, Kleider und Bidons bereit gelegt und bin früh ins Bett gegangen. So wie immer vor einem Rennen wollte es aber nicht so recht schlafen. Also kam die Nervosität doch langsam ;-) Irgendwann bin ich wohl doch eingeschlafen, denn ich erinnere mich gut daran dass ich vom Rennen geträumt habe…

 

Um 5.00 früh riss mich der Wecker aus dem Schlaf. Schon kurze Zeit später sassen wir am Frühstück welches uns das Hotel extra früh bereitgestellt hatte. Und schon kurz darauf im Auto Richtung Startgelände… Dort angekommen habe ich noch meine Verpflegung auf dem Velo verstaut und geschaut ob noch Luft in den Pneus ist. Dann weiter Richtung Strand, Neo angezogen, kurz eingeschwommen, wieder aus dem Wasser raus und auf den Start der Pros gewartet.

 

Irgendwie hatten die es nicht so eilig und der Startbereich füllte sich nur langsam.

Aber dann ging plötzlich alles recht schnell. Nach den Pro Frauen durften wir Frauen (alle AKs) uns in den Startbereich stellen und warteten auf den Startschuss. Da es ein Landstart war, war ich noch unsicherer als sonst wo ich mich einreihen sollte. Auf keinen Fall zu weit hinten, aber allzu weit vorne wollte ich auch nicht, da ich nicht von den folgenden ca. 700 Athletinnen überrannt werden wollte… Der Start gelang mir erstaunlich gut. Ich kam recht gut weg und konnte ziemlich weit ins Meer hinein rennen bevor ich zu schwimmen begann. Beim Schwimmen hatte ich zuerst recht Mühe einen guten Rhythmus zu finden. Es war zwar nicht allzu schlimm was das Gedränge und die "Schlägereien" anbelangt, aber ich kam einfach nicht so vom Fleck, so kam es mir zumindest vor. Und dann plötzlich ging es wie von alleine… ich fand einen guten Rhythmus, dachte an nichts mehr ausser ans Schwimmen und schon bald war ich wieder am Strand. Ich hatte keine Ahnung ob es nun schneller war als meine sonst üblichen 34-35 Minuten für die 1.9km oder nicht. Ich dachte wohl so etwa wie immer…

 

Als ich dann auf dem Velo sass und zum ersten Mal die Uhr sah, war ich erstaunt dass inkl. Wechsel erst 34 Minuten seit dem Start vergangen waren. Also war meine Schwimmzeit doch endlich mal besser. Und wie, für mich ein neuer Rekord, das hat mich extrem gefreut! An dieser Stelle danke an Mike und René für die super Schwimmtrainings.

 

Auf dem Velo habe ich mich sofort gut gefühlt und konnte schon am Anfang ein paar Frauen überholen. Ich versuchte trotz Euphorie nicht zu schnell zu fahren um haushalterisch mit meiner Kraft umzugehen. Ich musste mich aber immer wieder dazu zwingen, denn es hat einfach Spass gemacht auf der gesperrten und noch sehr leeren Strasse! Im Aufstieg haben mich dann ein paar Frauen überholt und auch die schnellsten Männer der ersten Kategorie flogen an mir vorbei. Ich blieb aber bei meinem Tempo denn ich hatte einen guten Rhythmus gefunden und konnte so recht regelmässig hochfahren. Die Abfahrt war der Hammer! Es hat echt unglaublich viel Spass gemacht runter zu fahren wenn man die Kurven so schneiden kann wie es gerade passt und sicher sein kann dass kein Auto kommt! Da konnte ich wieder ein paar Plätze gutmachen und auch ein paar Männer überholen.

 

Auf dem zweiten flachen Teil der Strecke war ich mehr oder weniger alleine unterwegs. Ab und zu hat mich eine Gruppe Männer überholt, aber ich genoss es einfach für mich zu fahren und konnte ein regelmässiges und für mich schnelles Tempo halten. Dabei genoss ich die Hilfe des Rückenwindes. Zwischendurch fragte ich mich schon ob das nicht etwas zu schnell ist und ich das auf der Laufstrecke bereuen werde. Aber zu dem Zeitpunkt war es mir egal, ich habe es einfach nur genossen!

 

Der Wechsel auf die Laufstrecke fühlte sich mehr oder weniger an wie immer. Am Anfang rennt man los und fragt sich wie man bloss die 21km schaffen wird?! Und dann geht es irgendwann besser. Dieses Mal dauerte es ganz schön lange bis ich mich besser fühlte. Am Anfang musste ich sogar kurz ein bisschen Tempo rausnehmen da ich einfach noch keinen Rhythmus gefunden hatte. Und dann plötzlich ging es viel besser. Ich konnte wieder ein paar Frauen überholen die mich am Anfang der Laufstrecke überholt hatten und war einfach nur froh dass es endlich besser ging. Mit der Zeit wurde es richtig voll auf der Laufstrecke und das Verpflegen wurde immer schwieriger. Zum Teil standen die Athleten sogar Schlange um Wasser zu bekommen. Ich war froh dass ich schon einen grossen Teil der Strecke absolviert hatte und hatte nur noch das Ziel im Kopf. Die Stimmung entlang der 7km langen Schlaufe war super, überall hatte es Zuschauer die einen anfeuerten.

 

Ziemlich kaputt aber auch glücklich kam ich nach 5:10:32 als 7. meiner AK ins Ziel. Fazit: es war ein tolles Rennen, super organisiert, sehr schöne Strecken und ich kann es jedem empfehlen! Und dazu noch ein wenig Ferien Feeling, den Sonntag nach dem Rennen haben wir nämlich noch an der Sonne genossen und waren sogar nochmals kurz im Meer baden, ohne Neo.

 

Vielen Dank an Diane für die super Trainingspläne und für alles andere das wohl fast noch mehr Zeit und Nerven beansprucht. Es ist unglaublich wie du mich immer wieder auf den richtigen Zeitpunkt aufbauen kannst!

Und natürlich vielen Dank an X-Bionic für die tollen Trainingskleider und Sponser für die Trainings- und Wettkampfverpflegung!

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Cone (Dienstag, 03 Juni 2014 16:50)

    Super gschrieben Katrin - cool das es so gut läuft und ja, Diane's Trainingspläne und Support vermisse ich manchmal richtig:))

  • #2

    Kathrin (Freitag, 06 Juni 2014 19:31)

    Gratuliere Katrin zu Deinem brillanten Wettkampf! Du machst Tri-athlon auf allen Ebenen:
    sorgfältige Vorbereitung- freudige und strategische Umsetzung im Rennen - phänomenales Resultat :-)))) Oder mit dem Dreier-Rüstzeug: fitteste Beine und Arme-klarer Kopf-lachendes Herz! Hey, wäre lässig, noch zwei weitere Berichte von Dir zu lesen. Der erste des Dreier-Päckli lässt sich federleicht an eigene Erinnerungen und Empfindungen anknüpfen. Toi, toi, toi für Deine nächsten Herausforderungen!