Meine Rückkehr nach der Verletzungspause !

Nach 8 Monaten praktisch 100%iger Abstinenz meiner sportlichen Betätigung, war mein Einsatz im Trainingslager lange nicht klar. Trotzdem sagte ich Nicole im Februar zu, sie wiederum nach Cambrils zu begleiten. Immerhin verbringen wir beide seit Beginn unserer Triathlon-Tätigkeit die Trainingslager mit einer einzigen Ausnahme bedingungslos zusammen. Ich freute mich auch ohne allfälliges Training auf eine Woche Ferien am Meer und wusste, dass ich es auch so geniessen könnte.
Für diejenigen, die ev. noch nicht im Detail mit meiner Verletzung vertraut sind: ich kämpfe seit 2 Jahren mit Problemen/Schmerzen in den Beinen nach oder während harten Trainingseinheiten. Auch kamen immer öfter starke Krämpfe während Wettkämpfen dazu und beim Inlinen Probleme in der Hüfte. Bereits im November 2012 suchte ich deswegen die Sportärztin auf – welche mir dann Physiotherapie verordnete und meine Beschwerden auf ein Impingement zurück führte. Nach der Physio ging es etwas besser – sobald ich aber im Frühling wieder stärker belastete, kehrten die Beschwerden umgehend und noch stärker zurück. Es fühlte sich an, als würde die Kraftübertragung von der Hüfte in meine Beine regelrecht abgeschnitten werden. Da kam einfach nichts mehr und tat nur noch weh – vor allem in den Nächten lag ich oft wach und wusste nicht, wie ich meine Beine entlasten kann beim liegen. Massagen und Chiro konnten ebenfalls keine Abhilfe schaffen und der Gigathlon kam immer näher. Ich musste starten, ich konnte ja mein Gspändli nicht im Stich lassen. Und es waren ja nur 2 Tage. Also zog ich es durch – mental aber am absoluten Limit und körperlich sowieso.  Nein, so fägt es definitiv nicht mehr. Und so kam es wie es kommen musste – während dem Gigathlon konnte ich natürlich überhaupt nicht auf meine gewohnte Leistung zurück greifen und die Tränen flossen in jeder Wechselzone. Es war ein unglaublicher Kampf. Am Sonntag im Ziel, welches wir erfolgreich als 3. Frauen-Couple und als 30gstes Couple Overall erreichen konnten, war dann aber vollends fertig. Mein Körper konnte nicht mehr und reagierte mit Fieber und Erbrechen. Die Tage danach konnte ich kaum mehr laufen und die Hüfte war völlig blockiert und zu. Und seitdem ging nichts mehr. Therapien – MRI – Röntgen – Osteopathie – Akkupunktur und nichts half. Sie fanden nichts! Aber schmerzen hatte ich mittlerweile täglich, konnte kaum laufen, ohne dass es mich in der Hüfte blockierte. An Sport war kaum zu denken und wenn ich es doch wieder mal versuchte, wurde alles wieder schlimmer. So so wurde ich regelrecht gezwungen, mich still zu halten. Was aber am Anfang gar nicht mal so schlimm war – denn wenn es schmerzt, hast du auch keine Lust mehr. Und nach dem Kampf im letzten Jahr, hatte ich vom Training sowieso auch die Schnauze erstmals voll.
Drei Wochen vor dem Trainingslager wurde dann als letzte Massnahme Cortison direkt in die Hüfte gespritzt. Ziel dieser Massnahme war, zu sehen, ob sich damit etwas verändert. Und es hat sich etwas  verändert – die Schmerzen sind seither weg! Ich konnte nach 8 Monaten erstmals wieder aus dem Bett steigen, ohne meine Gelenke einzeln zu spüren und keinen Schritt zu machen, ohne dass es zwickte und klemmte. Welch herrliches Gefühl!

 

Und so startete ich mein erstes Trainingslager ohne grosse Vorbereitung wie die all die Jahre zuvor und war gespannt, was meine Hüfte alles zulässt. Natürlich war ich sehr vorsichtig und hielt mich zurück. Ich liess die Gruppen jeweils ziehen und hörte gut auf meinen Körper. Der sagte mir dann auch schnell, was er zulässt und was nicht. Und so konnte ich tatsächlich täglich bis 2h aufs Velo, sofern ich mich daran hielt, keine allzu grossen Steigungen zu fahren und konnte sogar zwischen durch auch mal gaaaanz gemütlich am Strand entlang joggen. Aber auch da zeigte mir mein Körper genau auf, wie lange er es zulässtJ Die Freude war dann gegen Ende der Woche unglaublich gross, als ich am Freitag plötzlich merkte, dass ich beim Joggen ja richtig wieder Kraft in den Beinen spürte, ohne Schmerzen. Und auch auf dem Velo kam der Druck in den Oberschenkeln zurück. Welch herrliches Gefühl. Und wann hatte ich dieses Gefühl das letzte Mal in einem TL? Wohl noch nieJ Am letzten Tag war jeweils die Luft ganz raus – so wie es ja auch sein sollte. Aber diese Jahr war das TL auch nicht als Vorbereitung auf meine WK-Saison gedacht, sondern als Wiedereinstieg in mein geliebtes Hobby und als Aufbau – und ich darf glücklich und stolz sagen, dass mir dies gelungen ist und ich gelernt habe, wirklich auf meinen Körper zu hören.  Ich habe mich nicht mehr stressen lassen, wenn ich nicht so schnell laufen konnte, wie ich mir das gewohnt war – ich habe mich auch nicht stressen lassen, als ich mein Velo am Mittag verladen musste oder als ich im Berg als hinterletzte versucht habe, die Steigung zu meistern und alle auf mich warten mussten. Es war egal – und ich konzentrierte mich nur auf mein Befinden und war über jede Stunde glücklich, die mein Körper mir zugestand, mich zu bewegen.

 

Eine ganz neue Erfahrung – die mich prägt und meinen vielleicht zuweilen krankhaften Ehrgeiz in der Vergangenheit, wieder relativiert. Ich habe wieder FREUDE AN MEINEM SPORT!! Egal wie gut und stark ich bin – es geht nur noch darum, dass ich wieder spörtlen kann, ohne Schmerzen und ohne Leistungsdruck. Einfach für mich ganz alleine!

 

In diesem Sinne – gute Saison allerseits und ich freue mich, bald wieder auf Touren oder Wettkämpfen (wenn auch nur als Zuschauerin) dabei sein zu könnenJ

 

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Kommentare: 5
  • #1

    Brigitte (Donnerstag, 01 Mai 2014 13:16)

    Hej Cony. Das freut mich sooo sehr für dich. Ich wünsche Dir weiterhin viel Freude und Spass mit Deinem neuen Körpergefühl. Suuuuper. Alles Liebe Brigitte

  • #2

    Bohnä :-) (Samstag, 03 Mai 2014 12:05)

    Danke für dini Ziilä Bohnä. I ha grad nomau mit dir mitgläbt, mitglitte und zum Schluss vom Bricht es Lächle im Gsicht gha. Dr Wäg vore Verletzig zum wieder Xund wärde isch hert, aber mit Geduld, Glaube u Motivation hesch du's gschafft. Weiter so :-)! muntsch

  • #3

    Conny (Gut) (Samstag, 03 Mai 2014 13:05)

    Liebe Namensvetterin, danke für den gelungenen Bericht und weiterhin viele positive Erlebnisse!! Alles Gute Conny

  • #4

    Barbara (Samstag, 03 Mai 2014 13:57)

    Ich freue mich EXTREM, dass es dir wieder besser geht. Genieße die Freude an der Bewegung auch ohne grosse Ziele.
    Alles Gute!!

  • #5

    Kathrin (Sonntag, 04 Mai 2014 00:17)

    Liebe Conny
    Ich freue mich rüüüdig mit Dir, dass es Dir besser geht und dass Du Deine Leidenschaft wiederentdeckt hast. Hey - unglaublich, welche Tiefschläge, Ungewissheiten, Schmerzen und Erschöpfungszustände Du überwunden hast. Bewundernswert und sehr ermutigend, dass andere Perspektiven entstehen, selbst wenn es einmal ungut läuft und sich die Verletzlichkeiten körperlich und im Herzen ausbreiten. Echt - ich sehe Dein Lachen vor mir und finde es wunderbar, wie Du Deine Begeisterung zurückerobert hast und wie extrem wertschätzend Du gegenüber Deinen Bewegungsmöglichkeiten bist. "Häb wyterhin Sorg zueder und gniess Dine Sport!!! Merci Conny für Dini spannende und aaregende Gedanke!" Liebgruess Kathrin