Berlin Marathon

Berlin ist immer eine Reise wert. Kurz entschlossen und gleich bei Anmeldebeginn im Oktober 2012 schafften Philippe und ich es in den ersten 3 1/2h uns für den Event online zu registrieren, denn danach war der Jubiläums-Marathon schon ausverkauft. Früh anmelden heisst bei uns aber noch lange nicht, dass wir auch früh mit dem Marathon-Training beginnen. Sechs Wochen vor dem Termin setzten wir dann verstärkt den Fokus auf das Lauftraining, absolvierten ein paar Long-Joggs, ein paar schnelle Intervalle und ein paar Kilometer im Marathontempo.

 

Am letzten Freitagmorgen war es soweit und wir flogen nach Berlin. In der Metropole angekommen, begaben wir uns zuerst an die Marathon-Messe. Bei der Startnummernausgabe standen wir eine Weile im Stau, bevor wir zu unseren Unterlagen kamen. Auch an den Händlerständen herrschte ein reges Treiben. Natürlich konnten auch wir es nicht lassen, das eine oder andere zu kaufen. Hatte das nicht so extrem in Erinnerung von meinen früheren vier Teilnahmen. Danach waren wir ziemlich kaputt. Zum Abendessen ging es mit ein paar Lauffreunden ins Augustiner Brauhaus am Gendarmenmarkt. Das Münchner Oktoberfest war auch in Berlin spürbar, viele waren mit Dirndl und Lederhosen unterwegs.

Am Samstagmorgen wollten wir an den Frühstückslauf. Da wir aber zuerst am Bahnhof Charlottenburg statt beim Schloss Charlottenburg landeten, kamen wir erst mit 1/4h Verspätung beim Treffpunkt an. Wir waren nicht die einzigen. Mit etwa 100 anderen Läufern joggten wir die 5 oder 6km zum Olympiastadion, wo das Ziel war und es etwas zu futtern gab. Ein geselliger Anlass, viele internationale Frühstücksläufer kamen verkleidet. Später begaben wir uns in die Innenstadt, wo wir noch die eine andere Besorgung machten. Am Vorabend des Marathons assen wir wie üblich Pasta. Zum Glück bot unser Hotel dies gleich für die Marathonteilnehmer an, so mussten wir nicht mehr weit reisen und kamen einigermassen früh ins Bett.

Am Sonntagmorgen nach dem Frühstück machten wir uns bei kühlen Temperaturen und Sonnenschein um 7:00h auf zum Marathonstart. Unser Hotel lag nur zwei S-Bahnstationen von der Haltestelle Friedrichstrasse weg, so waren wir bereits vor 7:30h im Startgelände. Wir deponierten unsere Kleidersäcke und entleerten unsere Blase ein letztes Mal in einem der vielen mobilen Toilettenhäuschen. Um 8:15h wollte ich mich in meinem Startblock begeben. Leider ging dort bis um 8:30h gar nichts, das Gittertor war zu und wir standen im Stau. Anschliessend bewegten wir uns langsam durch den Tiergarten Richtung Startgelände. Um 08:44h, eine Minute vor dem Start, kletterte ich schliesslich irgendwo über ein Absperrgitter in meinen Startbereich und schon ging es los. Bis wir die Startlinie überquerten dauerte es noch weitere fünf Minuten. Dann ging es in der grossen Menge los. Das Tempo war nicht schlecht, aber eigentlich wäre ich am Anfang gerne ein paar Sekunden pro Kilometer schneller gelaufen, in diesen vielen Leuten drin, fast nicht möglich. Bei Kilometer 5 verzichtete ich auf ein Getränk, es war mir zu mühsam, mich durch das Volk zu kämpfen, um an einen Trinkbecher zu kommen und man musste auch immer schauen, dass man nicht über ein fremdes Paar Füsse stolperte. Bei Kilometer 10 nahm ich dann Wasser und einen Gel, die Läufer waren immer noch sehr dicht zusammen. Ich entschied nun das Tempo bis zum Halbmarathon um 10 Sekunden pro Kilometer zu steigern, was mir auch gelang. Alle 7 Kilometer nahm ich einen weiteren Gel mit Wasser zu mir. Bis Kilometer 30 oder 32 konnte ich mein angestrebtes Marathontempo gut halten, dann wurde es zäh und zäher und auf den letzten 5km kam mir das Tempo zwar schnell vor, aber ich war 15 Sekunden pro Kilometer langsamer und konnte einfach nichts mehr dagegen tun. Nach 3h31m27s war ich im Ziel, angestrebt hatte ich 3h29m59s. So gesehen war es fast eine Punktlandung, dies obwohl die zwei Tage vor dem Marathon mehr dem Shopping und dem Sightseeing statt der Ruhe gewidmet waren. Schliesslich wollte ich die Stadt Berlin erleben und nicht verschlafen.

 

Mein Fazit zum Berlin-Marathon: Die Spitze kann hier auf einer flachen, schnellen Strecke mit vielen Zuschauern und guter Stimmung Bestzeiten laufen, für die Hobbyläufer ist das schwieriger, je weiter hinten, je dichter gedrängt wird gelaufen. Für alle Teilnehmer ist es neben der sportlichen Herausforderung sicher auch ein grosses Läuferfest, an dem man als Marathonstarter mindestens einmal dabei gewesen sein sollte.

 

 

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Kommentare: 5
  • #1

    Kathrin (Samstag, 19 Oktober 2013 17:40)

    Liebe Ursi
    Du hast einen so lässigen Stil!! Naja, eben Deinen eigenen sprachlichen, sportlichen, ladymässigen...: Zum einen technisch prägnant analysierend und gleichzeitig kommt emotional so viel Unbeschwertes und Gelassenes hindurch... Das ist für mich eine wahre Freude, wie Du diese scheinbaren Gegensätze zu vereinen verstehst. Freue mich schon jetzt auf Deinen Phuket-Rückblick ;-) Herzlich, Kathrin

  • #2

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