Gigathlon One Week Couple

Dieses Jahr feierte der Gigathlon die 10. Durchführung und ich war wieder dabei, mein 9. Gigathlon sollte dies werden. Angefangen hat alles mit dem Expo Gigathlon 2002 in Biel, wo ich mit dem VC Reinach in einem Team mitmachte und wir damals dank meinem Bruder Friedrich und unserer schnellen Schwimmerin sogar 5te wurden. Einmal vom Gigathlon-Virus gepackt ist es schwer nicht dabei zu sein.
Die Erwartungen werden natürlich immer grösser und mit den bereits gemachten Erfahrungen werden auch die Ziele höher gesteckt und eine Woche im Team habe ich ja nun bereits zweimal absolviert, also war die logische Steigerung eine Woche im Couple. In Roman fand ich einen fitten und netten Couple-Partner, der alle Disziplinen beherrscht und wir uns so gut aufteilen konnten.

Am Sonntag ging es dann endlich mit dem Camper los Richtung Chur zum Einchecken. Kaum angekommen trafen wir auf viele bekannte Gesichter. Die Ladies aus unserem X-Bionic Ladies Tri Team waren fast alle am Start und das Wiedersehen war immer toll.

1. Tag: Am Montagfrüh ging es dann endlich los. Roman absolvierte die erste Strecke mit dem Rennvelo auf die Lenzerheide. Ich übernahm dann die 3km Schwimmstrecke im See, welche mir super lief und ich nach einer für mich Rekordzeit von 49 Minuten bereits wieder übergeben konnte. Roman joggte auf das Rothorn und für mich ging es dann mit dem Bike weiter. Ich freute mich auf eine tolle Bikerunde mit schönen Abfahrten, nur leider war die erste Abfahrt typisch Gigathlon und führte über Kiess- und Asphaltstrassen, was mein Gemüt nicht gerade erfreute. Doch am Ende wurde ich doch noch mit einer coolen Abfahrt über die Freeridestrecke nach Chur belohnt, dort konnte ich meine Vorteile ausspielen und viele Fahrer überholen und gleich stehen lassen! :-) sowas tut gut. Und weiter gings mit den Inline eine 18km Runde gegen den starken Wind. Erschöpft aber glücklich erreichte ich dann das Ziel in Chur wo mich unsere beiden Supporter Barbara und Sanya in Empfang nahmen.

2. Tag: heute musste ich mit einem Halbmarathon von Chur nach Landquart starten. Nicht gerade meine favorisierte Disziplin. Mir war die ganze Nacht übel und ich konnte beim Morgenessen praktisch keinen Bissen runter bringen. Irgendwie schaffte ich es an den Start und joggte los oder besser gesagt ich versuchte irgendwie zu joggen. Es ging überhaupt nichts und ich hatte Magenkrämpfe und es pisste mich richtig an. Zum Glück war Nicole dabei und gemeinsam kämpften wir uns über die 21km nach Landquart. Unterwegs hat mich mein Kollege Damian noch mit Cola verpflegt und zum Teil mit dem Bike kurz begleitet. Mit einem riesen Rückstand ging Roman auf die Rennvelostrecke nach Lachen. Ich hatte eine Weile Pause, da er gleich auch noch 3km schwimmen und 40km inlinen musste. Erst gegen Nachmittag übernahm ich die letzte Disziplin mit dem Bike von Lachen nach Ennetbürgen. Mein Magen fühlte sich nicht wirklich besser und ich hatte zwischenzeitlich einen richtigen Hanger. Zum Glück setzte dann ein Gewitter ein und es wurde kühler und etwas erträglicher. Eine kurze Schifffahrt unterbrach die Bikestrecke und sorgte für eine kleine Ruhepause. Nach 60km erreichte ich dann aber noch in einer recht passablen Zeit das Tagesziel in Ennetbürgen.

3. Tag: Heute startete ich mit der 1.5km langen Schwimmstrecke. Ich freute mich auf den Start und fühlte mich etwas besser, aber immer noch mit einem schlechten Gefühl im Magen. Praktisch zuhinderst im Feld ging ich ins Wasser. Trotzdem hat mich ein anderer Schwimmer überschwommen und mich unter Wasser gedrückt, was kurz für eine Panikatacke meinerseits führte. Ich konnte mich aber zum Glück nach einer Weile wieder beruhigen und brachte die Schwimmstrecke noch recht gut in 28min hinter mich und übergab an Roman. Er fuhr mit dem Rennvelo über den Brünig und Susten bis nach Erstfeld. So hatte ich eine lange Pause, konnte mich noch im Camper hinlegen und versuchte Chips und viel Salziges zu essen um meinen Magen zu beruhigen, einfach ja keine Gels und sonstige Sportlernahrung.
In Erstfeld übernahm ich mit den Inline. Schon bald merkte ich, dass ich super parat war und ich überholte viele vor mir gestartete Couple und Single, was mich weiter antrieb. Ich hatte zwei Couple Athleten im Windschatten und führte alles bis ins Ziel nach Flüelen. Am Ende sollte es die 6. beste Inlinezeit sein! :-) Weiter gings mit dem Bike über den Stoos. Es folgte ein 1200 Höhenmeter Aufstieg am Stück. Es war brütend heiss und ich praktisch alleine auf weiter Flur. Zum Teil dachte ich, ich sei falsch gefahren, weil ich keine Menschenseele antraf. Irgendwann überholten mich dann aber ein paar Single Männer und die ersten Team of 5 Biker. Zwei Couple Frauen überholten mich im Aufstieg wo man das Bike noch tragen musste (nicht meine Stärke). Das machte mich etwas hässig und ich schwor mir, diese Frauen holst du in der Abfahrt wieder ein. So war es dann auch, obwohl die Abfahrt nur über Kiesstrassen fuhr, was absolut nicht meine Stärke ist, liess ich es krachen und überholte noch einige Couple Athlet/Innen und darunter auch die beiden die mich überholten. Ich liess sie richtiggehend stehen und im Ziel in Brunnen hatte ich noch einen guten Vorsprung rausholen können! Mein Ego hat sich somit wieder beruhigt. In Brunnen übergab ich an Roman. Er musste noch 23km und ein paar Höhenmeter zu Fuss bis nach Ennetbürgen hinter sich bringen.

4. Tag: Heute startete Roman mit der 3km Schwimmstrecke. Zuerst ging es mit dem Schiff etwas auf den See hinaus bevor sie starten konnte. Er schwamm sehr schnell und schon bald übergab er mir den Chip und ich raste mit dem Bike davon. Zuerst ging es lange der Fläche nach wo ich mich mit einem Single zusammenschloss. Im Aufstieg liess er mich dann aber stehen und ich fuhr mein Tempo hoch. Wieder mal ein Non-Stop Anstieg über Teerstrassen, wo man die Hitze so richtig in allen Gliedern spürte. Jeden Zuschauer den ich sah bat ich um Cola, das einzige was ich jeweils unterwegs zu mir nahm. Diese Gels etc. wollte ich auf alle Fälle meinem Magen zuliebe vermeiden. Es folgte dann eine herrliche Abfahrt wo ich meine verlorene Zeit im Aufstieg wieder wettmachen konnte und am Schluss ein Flachstück zurück nach Ennetbürgen. Dort übergab ich an Roman. Er fuhr mit dem Rennvelo weiter über den Glaubenberg bis nach Bern.
Ich fuhr mit Barbara und Sanya mit dem Camper nach Bern. Unterwegs bei einer Rasstätte ass ich eine grosse Portion Pommes, wow tat das gut, so etwas salziges und fettiges. In Bern, als Roman ankam wurde die Zeit neutralisiert, bis er auf der Bahn nach Burgdorf war. Ich schaute mich etwas um mit welchen Inlinern ich mich zusammschliessen könnte. Ich fand eine Gruppe von 6 Inlinern, 5 Männer und eine Frau. Wir beschlossen gemeinsam den Kampf gegen den Wind nach Burgdorf in Angriff zu nehmen. Es ging gleich voll zur Sache. Die andere Frau musste bereits am ersten Hügel die Gruppe ziehen lassen, ich konnte ihr nicht helfen, musste selber um Anschluss kämpfen. Dann schon bald liess ein weiterer Mann die Gruppe ziehen und wir waren noch zu fünft. Wir harmonierten gut und wechselten uns beim Führen ab. Unterwegs feuerte mich Res noch an, was mich weiter motivierte. Dann irgendwann waren wir nur noch zu viert und meine Inlinetechnik war bestimmt die schlechteste und nach den Kurven musste ich jeweils einen Sprint hinlegen um an der Gruppe dranbleiben zu können. Völlig ausgepumpt aber mit einem riesen Smile im Gesicht erreichten wir nach 57min Burgdorf. Krass, heute reichte es für mich sogar zur 5. besten Inlinezeit aller Coupels! Roman übernahm die Schlusstrecke zu Fuss von Burgdorf nach Bern. Er ist läuferisch um einiges stärker als ich, ich hätte das wohl kaum geschafft.

5. Tag: Unser Heimspiel. Ich verbrachte die Nacht in meinem Bett zu Hause in Konolfingen und Res bekochte mich und Barbara am Abend zuvor nach unseren Wünschen. Für mich gab es eine Forelle, viel Salat und Ebly. Endlich konnte ich gut schlafen und sogar etwas ausschlafen. Mein Start am Freitag war erst um 10.20 Uhr. Mit dem Rennvelo ging es im Zeitfahrmodus los, nach Rangliste. Die schnellsten kamen zuletzt. Ich gab von Beginn an Vollgas. In Worb überraschten mich mein Chef, Isabelle, Anita und Philippe vom Bächli-Bergsport mit einem grossen bergpunkt-Plakat und Anfeuerungsrufen! Das spornte mich richtig an. Im Aufstieg zum Belpberg stand dann Res mit einer Kuhglocke und wie an der Tour de France pushte er mich mit dem Gebimmel und Gebrüll den Berg hoch. Meine Cousine Ariane begleitete mich mit dem Rennvelo, bis so ein doofer Schiedsrichter Töff sie stoppte und mich verwarnte! So ein Blödsinn, Ariane hat mich nur begleitet und mir überhaupt nichts gegeben! Verstehe diese blöden Regeln überhaupt nicht! In der Abfahrt vom Belpberg liess ich es krachen, kenne ich doch jede Kurve. Unten stand dann nochmals Res mit der Glocke und ich pushte mich Vollgas bis ins Marzilli. Dort waren meine Mutter, meine Cousine Monika und noch weitere Fans. Ich wechselte auf die Inline und fuhr los. Es ging rauf und runter und ich fuhr praktisch bis ins Ziel alles alleine und konnte nicht mehr ganz so viel Gas geben. In Belp erwartete mich Barbara. Wieder hiess es umziehen und mich klebrig vom Schweiss irgendwie in den Neo würgen. Ab gings ins kühle Nass der Aare. Was für eine Wohltat. Die 6km in der Aare gingen wie im Nu vorbei, es hatte tolle Wellen und manchmal war man richtig quer drin. Ich konnte mich gut erholen und liess mich mehrheitlich von der Strömung ziehen. Ich erwischte den Ausstieg dank den vielen Helfern gut und konnte an Roman übergeben. Er absolvierte dann die Bikestrecke über den Ulmitzer und den Gurten und die abschliessende kurze Laufetappe zum Bundeshaus.

 

6. Tag: kaum zu glauben wie schnell die Zeit vergeht und schon stand unser letzter Tag auf dem Programm. Wieder nach einer guten Nacht in meinem Bett machte ich mich am morgen mit dem Extrazug auf nach Lyss an den Inlinestart. Um 7.00 Uhr ging es los auf die 42km, so weit bin ich in meinem Leben noch nie geinlinet. Ich versuchte mit den schnellen Männern mitzuhalten, doch am ersten Hügel musste ich einsehen, dass meine Beine doch langsam etwas müde waren und ich über 42km dieses stop and go die ganze Zeit nicht mitgehen konnte. Ich fand dann in einer Gruppe unterschlupf und versuchte möglichst kräftesparend und sicher zu fahren. Es gab leider viele Stürze und einige sahen nicht sehr schön aus. Bei einem Bahnübergang mussten wir dann noch 5min warten. Aufregen nutzte nichts und ist doch egal wegen der Zeit. Dann kurz vor Neuenburg mussten wir die Inlines ausziehen und 1.5km durch den Wald über Wurzen joggen. Ich wurde da nur überholt, mir war es einfach zu blöd. Bei den letzten KM wieder auf den Inline gab ich nochmals alles und fuhr vollekanone bis in die Wechselzone. Dort übernahm Roman ins kühle nass, 3km schwimmen und dann direkt aufs Bike 65km bis nach Chamblon. Mit dem Zug und Sanya wechselte ich nach Chamblon. Dort warteten Barbara und Res auf uns. Ich versuchte zu schlafen und essen um mich noch möglichst fit zu halten für meine letzte Disziplin. Dann irgendwann kam ich an die Reihe und fuhr mit dem Rennvelo los. Doch dann das, mein Rennvelo spinnte und machte so komische Geräusche. Ich telefonierte mit Res und terrorisierte ihn. Es nervte mich dermassen, dass ich aufgeben wollte. Ich stieg mehrmals vom Rad und mechte am Velo herum. Irgendwann löste ich einfach die Bremse und das Quietschen hörte auf. Mein Rücken schmerzte und ich konnte im Aufstieg nicht den gewünschten Druck geben, obwohl die Beine noch super gewesen wären. Das kostete mich wieder Nerven und einige unschöne Wörter verliessen meinen Mund. Mehrmals musste ich anhalten und meinen Rücken dehnen, das Inlinen vom Morgen hinterliess seine Spuren. In der Abfahrt gab ich dafür alles was in mir steckte, ich überholte Autos und fuhr um die Kurven wie eine Verrückte. Der Adrenalinspiegel war hoch und ich wollte meine verlorene Zeit gut machen. Am Ende kam ich nach 2h 16min in Lausanne an. Dabei wollte ich eigentlich nur 2h benötigen für diese Strecke, doch das wäre dann die 3. beste Zeit bei den Couple gewesen, wohl eher unrealistisch auch ohne Velo- und Rückenprobleme. Ich war aber mit mir nicht zufrieden. Roman übernahm dann die letzte Etappe zu Fuss. Nach 16km liefen Barbara, Roman, Sanya und ich gemeinsam in Lausanne über die Ziellinie. Wir haben es tatsächlich geschafft und sind gesund und munter in Lausanne angekommen. (Cristina)

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Kommentare: 2
  • #1

    Kathrin (Sonntag, 21 Juli 2013 17:16)

    Heja Cristina!
    Lass Dich hochleben und Dich in Deiner Steigerung beim 9.Gigathlon feiern. Kaum zu fassen, wie Du immer wieder Biss mobilisiert hast und nicht am Unangenehmen kleben geblieben bist. Echt beeindruckend und Roman sagt bestimmt: In Cristina habe ich eine fitte und nette Couple-Partnerin gefunden :-) ... und eine, die erst noch über sich selber schmunzeln und motzen kann. Uh lässig, Deine Erfahrungen zu lesen und sie mitzuerleben. Gute Erholung und bis glii
    Kathrin

  • #2

    Cone (Montag, 29 Juli 2013 16:46)

    Einmal mehr - du bisch mi liebscht und bescht Rüedu und wirsches immer bliebe!!! Grosse Klasse dis Textli!!